Die Schweiz ist eines der Zentren der globalen Finanzindustrie, das Thema Nachhaltige Bank spielt daher in der öffentlichen und politischen Diskussion eine immer größer werdende Rolle. Umso mehr sorgt es für Aufmerksamkeit, dass der Bundesrat kürzlich wichtige Richtlinien zur Nachhaltigkeit im Finanzsektor verabschiedet hat. Damit wurde die Rechtssicherheit verbessert, sowie ein wichtiger Grundstein gelegt, um zukünftig die Transparenz für Kunden, Eigentümer, Investoren, Öffentlichkeit und Aufsicht zu verbessern. Dabei wurden auch wichtige Themen wie Greenwashing angegangen.

Besonders zu betonen ist im Zusammenhang mit der Schaffung der neuen Richtlinien, dass der Bundesrat dabei feststellt, dass ein nachhaltiges Finanzwesen eine große Chance für den Schweizer Finanzplatz sei. Bei der Stärkung der Nachhaltigkeit im Bankenwesen in  der Schweiz wird großes Augenmerk darauf gerichtet, etablierte Unternehmen und Startups zu verbinden. Ein passendes Startup-Ökosystem ist zu schaffen. Dabei ist auch zu beachten, dass die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung sehr eng zusammenhängen.

Nachhaltige Bank: Digitalisierung ist Treiber

Banken sind in einem grundlegenden Strukturwandel begriffen. Dieser vollzieht sich seit mehr als 20 Jahren, nimmt nun aber rasant an Fahrt auf. Das Internet schafft inzwischen ganz neue Möglichkeiten für Banken, gefährdet aber auf der anderen Seite auch ihre tradierten Erlösmodelle. So zeigt sich, dass Neo-Banken wie Revolut oder N26 immer mehr Kunden gewinnen und dabei grundsätzlich andere Schwerpunkte bei ihrer Arbeit für den Kunden setzen. Auch Kunden sind in großen Teilen initiativer als sie es früher waren und erwarten neue Beratungsansätze von ihrer Bank. Auch das Thema Nachhaltigkeit ist dabei ein wichtiges Thema. Eine rasant wachsende Anzahl von Kunden fragt ökologische Kapitalanlagen (z.B. Green Bonds) nach und erwartet bei solchen Themen gute Produkte und eine sachkundige Beratung.

Nachhaltigkeit Bank: Deutschland hinkt noch hinterher

In Deutschland wird dieses Thema zunehmend an Bedeutung gewinnen, wenn es aktuell auch noch nicht die gleiche Aufmerksamkeit genießt. Das es auch in unserem Land genügend Kunden gibt, denen Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit wichtig sind, kann niemand mehr negieren (vgl. hierzu auch die zeb-Nachhaltigkeitsstudie). Es wird daher darum gehen, ein geeignetes Umfeld zu schaffen, sodass Startups in diesem Bereich auch in Deutschland erfolgreich sein können. Dafür gibt es eine Reihe bewährter Instrumente, die in Deutschland sicher noch stärker forciert werden.

Auch die Überarbeitung von entsprechenden Richtlinien wird in Deutschland (wie in der Schweiz) weiter auf der Tagesordnung stehen. Die entsprechenden Weichen dafür sind gestellt. Damit der Finanzplatz Deutschland stark bleibt und nicht den Anschluss verpasst, ist dieses Thema weiter zu forcieren.